Die Containertransporte für den Verkehr im Europa-Asien-Raum haben während der Corona-Pandemie erheblich zugelegt. Dies liegt vor allem daran, dass Russland die Durchfuhr der Sanktionswaren gestattet.
Der Austausch medizinischer Geräte und Präparate lief im vergangenen Corona-Jahr 2020 auf wahren Hochtouren. Generell war es kein gutes Jahr für das Verhältnis von Europa und Russland und auch für die russische Wirtschaft. Hierbei gab es viele Spannungen zwischen Russland und der EU und diese sind durch eine Reihe an Skandalen fühlbar gestiegen. Zwischen Moskau und Paris kriselt es nach Äußerungen von Emmanuel Macron auch zum Islam, welche besonders dem einflussreichen Führer Tschetscheniens, Ramsan Kadyrow, aufstießen, oder vorher zur Geschichtsklitterung von Russland.

Die ebenso einst guten Verbindungen Berlins zu Moskau haben allerdings noch mehr gelitten: So haben der Prozess um den bekannten Tiergarten-Mord, die Nawalny-Affäre, der Bundestag-Hack und die hiermit einhergehenden Drohungen neuer Zwangsmaßnahmen haben das politische Klima gänzlich vergiftet.

Auch zum Land Österreich ist die Beziehung seit dem Tschetschenenmord in der Stadt Wien sowie die Ausweisung des russischen Diplomaten aufgrund von Industriespionage eher kühl. Diese Ausweisung empfand die Stadt Moskau als Frechheit und beantwortete diese gleich.

Wirtschaftlich betrachtet hat die Corona-Pandemie in Russland wegen der niedrigen Verflechtung des Landes in die Wirtschaft eher weniger Spuren hinterlassen als woanders. Dennoch schätzte Wladimir Putin bei der letzten Jahrespressekonferenz das zu erwartende Minus bei dem Bruttoinlandsprodukt auf 3,6 Prozent sowie bei den Einkommen und der Industrieproduktion auf etwa drei Prozent.

Auch der Transit boomt derzeit. Es gibt jedoch auch Ausschnitte, welche trotz der Schwierigkeiten auf Wachstumskurs bestehen und wo die zwischenstaatliche Zusammenarbeit trotzdem weiter funktioniert. Auf diese Weise konnte Russland vom bestehenden Europa-Asien-Verkehr sehr gut profitieren. Vor alle, der Transit der Containergütern boomt sehr stark.

Der gemeinschaftliche Containerbetreiber der weißrussischen, russischen und kasachischen Bahnen, OTLK Era, erklärt einen Rekord für das derzeitige Jahr. Nach den eigenen Angaben des Unternehmens wurden bis zum 22. Dezember etwa 530.000 Standardcontainer verladen, während es im Jahre 2019 lediglich 333.000 TEU gewesen sind.

Die Corona-Pandemie hat dem Geschäftsmodell in jenem Jahr gleich mehrfach auf den Kopf gestellt. Dies erklärt auch der Generaldirektor Era Alexej Grom diesem Standard. War zu Beginn des Jahres der Transport aus China geschwächt, fiel gleich darauf der Verkehr in die gegensätzliche Richtung aus. Aber dennoch haben die absteigenden Containermengen nach kurzen Pausen sehr gut ausgeglichen. Vor allem der Austausch medizinischer Geräte und Präparate war auf Hochtouren gelaufen.

Vom Preis her kann der Schienenverkehr mittlerweile gut mit den Seetransporten wetteifern und dabei nimmt der Weg auf dem Land durch Russland lediglich ein Drittel der Zeit ein, während die Schiffe von Europa über den Suezkanal nach Asien unterwegs sind. In der Tat haben viele Unternehmen in Europa am Ende die steigenden Raten der Frachten der Reedereien wegen Engpässen bei der Kapazität schockiert. Der Manager Grom hofft auf diese Weise, in absehbarer Zeit, den Wandel auf eine Million Container erhöhen zu können.

Zum Vergleich dazu beläuft sich de dazu Umsatz an Containern im Europa-Asien-Verkehr auf etwa 23 Millionen TEU. Diese Schiene spielt somit weiterhin lediglich eine Nebenrolle, aber diese holt auf, denn nicht nur die OTLK Era ruft unter den Containerbetreibern einen hohen Zuwachs auf. Die Staatsbahn RZD in Russland bedenkt gar, nach einer Privatisierung der Tochter Transcontainer wegen der segensreichen Konjunktur eine neue Tochter zu gründen, welche sich auf die Transporte zwischen China, Europa, Korea und Japan fokussiert.

Die Sanktionen werden ebenfalls aufgeweicht. Zu einem guten Geschäft beigetragen hat vor allem eine politische Geste der Führung in Russland. Denn jeglicher antiwestlichen Beredsamkeit zum Trotz hat die Regierung sachlich bereits im letzten Jahr die Regeln für die Sanktionen etwas gelockert.

So zeigten sich die ersten Ergebnisse im Jahre 2020 und der russische Zoll ließ die Lebensmittel aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Frankreich für ein Festival in Peking passieren. Dies war im Oktober. Die Einfuhr der Lebensmittel aus Europa nach Russland ist generell verboten, der Transit jedoch nun nicht mehr. Daher konnten zwei volle Containerzüge in den vergangenen Monaten beladen werden. Dies ist ein Geschäft mit Perspektive, denn im Land China ist die Nachfrage nach europäischen und hochwertigen Nahrungsmitteln besonders groß. In den vergangenen Jahren allerdings sind die Sanktionen ein herbes Hindernis gewesen. Die direkte Route ist versperrt worden und Umwege an Russland sind ebenfalls unternommen worden. Dies ist auf der Schiene oder dem Seeweg möglich, aber dies brachte Kosten sowie das Risiko, dass die Waren verdarben.

Von der Ausführung, die Züge an der Grenze zu versiegeln und danach durchfahren zu lassen, dürften in Zukunft neben den russischen Spediteuren vor allem auch mittelständische Unternehmen aus Europa profitieren.